Staufen will klimaneutral werden
Stadt erhält einen Landeszuschuss von 70 Prozent für die Machbarkeitsstudie
Die Stadt Staufen hat neben Karlsruhe, Freiburg, Ludwigsburg, Horb am Neckar, Lörrach, Emmendingen und den Gemeinden Allensbach und Aspach den Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg gewonnen und kann sich nun auf den Weg machen klimaneutral zu werden.
„Die klimaneutralen Kommunen sollen als gute Beispiele Schule machen", erklärte Umweltministerin Tanja Gönner vor der Preisverleihung in Stuttgart. Das Land unterstütze die Kommunen in einem ersten Schritt mit 70 Prozent der notwendigen Mittel, um mit einem Gutachter ein Konzept zu erstellen. Es solle Modellprojekte geben, in denen Wege aufgezeigt werden sollen, wie Städte und Gemeinden den CO2-Ausstoß langfristig auf nur noch ein bis zwei Tonnen pro Jahr und Einwohner senken können. Ein Wert, der nach den Erkenntnissen des Weltklimarates als klimaneutral gilt. Zuletzt lag der durchschnittliche CO2-Ausstoß im Land bei 6,8 Tonnen pro Einwohner und Jahr und im bundesweiten Durchschnitt sogar bei 10,2 Tonnen. Das Land habe hierfür insgesamt zwei Millionen Euro bereitgestellt, für den ersten Schritt sind davon rund 535.000 Euro als Unterstützung für die Preisträger erforderlich.
„Die Kommunen erkennen zunehmend die Potenziale und nehmen eine wichtige Schlüsselrolle ein“, sagte die Ministerin. „Sie verfügen über die notwendigen Gestaltungsspielräume. Gemeinsam können wir Leuchttürme aufzeigen, an denen sich die Anderen orientieren können." Die ehrgeizigen Klimaziele seien ansonsten kaum zu erreichen, warnte Gönner. Klimaneutralität solle sich dabei nach den Vorstellungen Gönners nicht auf kommunale Liegenschaften wie Rathäuser oder Schulen beschränken. Bei der Klimabilanz solle die gesamte Gemarkung einer Stadt oder Gemeinde einbezogen werden." Es gehe darum, alle auf kommunaler Ebene verursachten, energiebedingten CO2-Emissionen zu addieren. Dazu zählten die privaten Haushalte, Industrie und Gewerbe, die öffentliche Verwaltung sowie der Verkehr, erläuterte Gönner.
In Staufen besteht bereits ein Arbeitskreis Klimaschutz, der unter anderem kostenlose Erstberatung für Bürger anbietet. Es gibt bereits Nahwärmenetze, die mit Wärme aus Biomasse gespeist werden. Schwerpunkte der zukünftigen Entwicklung sollen der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien sowie verbesserte, klimafreundliche Verkehrs- und Nahverkehrsangebote sein. Das lokale Handwerk und die Schulen sind aktiv am Projekt beteiligt. Und die Stadtwerke MüllheimStaufen bieten ausschließlich 100 Prozent klimaneutralen, regenerativ erzeugten Strom an, so dass in sehr kurzer Zeit der CO2-Ausstoß drastisch reduziert werden kann.
